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Unsere nächste Reise nach Russland 

 

"Musikalisches Russland"

 

vom 2. bis 9. Juli 2012

 

 

 

 

 

   

 

   Unsere nächste öffentliche

Zusammenkunft:

  Dienstag, den 8. Mai, um 19 Uhr:

  Hotel AQUA AURELIA Baden-Baden

(gegenüber CARACALLA-THERME)

>Saal Aurelian<

Ein russischer Mythos in Baden-Baden

Petra van Cronenburg liest und erzählt aus ihrem neuesten Buch

" Nijinsky. Annäherung an einen Mythos"

           

 

"Schnuppern" Sie 'mal rein!

  SIE MÖCHTEN INFORMATIONEN?

SIE WOLLEN MITGLIED WERDEN?

Kontakt 

Fernsehbericht

über die Vereinsgründung

hier

Aktualisierung am 21.03.2012

 


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Bereits stattgefundene Veranstaltungen

KULTURREISE

 

St.Petersburg - Pskov - Michailovskoje und Trigorskoje -
St. Petersburg

21. Juni 2011 - 29. Juni 2011


 

 

Rundtischgespräch

 

Mein Leben am Ural.

 

Referat von Sibylle Tüngler, die 7 Jahre in Jekateriburg gelebt, studiert und gearbeitet hat.

 

 

Anatoli Matenko: »Gesundheit ohne Medikamente«

 

"Suggestivtherapie als moderne und effektive Behandlung bei chronischen Schmerzen und anderen Krankheiten"

Diese Art von Suggestivtherapie wurde von Dr. Matenko selbst entwickelt und auch publiziert. Besonders in der Schmerztherapie, bei Angstzuständen, bei chronischen Krankheiten und bei Allergien konnte er schon vielen Menschen helfen.

 

 

LITERARISCH-MUSIKALISCHER SALON

 

Der Musikalische Salon bot hohes künstlerisches Niveau und die Resonanz war so überwältigend, dass kein Platz unbesetzt blieb.

 

 

 

Ein Vortrag von Roland Haug  

 

" Weniger Romantik, mehr Realismus.
    Neue Sachlichkeit im deutsch-russischen Verhältnis "

 

"Woran denken Russen, wenn sie sie von Deutschland hören-?
Viele erinnern sich an Goethe und Schiller, an Stefan Zweig oder Arnold
Zweig, an Friedrich den Großen, Bismarck und Karl Marx,
an das schöne Model Claudia Schiffer oder an den Tennisspieler Boris
Becker. In einem sehr gut besuchten Vortrag der Deutsch-Russischen
Kulturgesellschaft Baden-Baden erinnerte Roland Haug, langjähriger
Moskau-Korrespondent des ARD-Hörfunks, an die wechselvolle Geschichte
der deutsch -russischen Beziehungen. Sein Grundthese: Es gibt in Europa
kaum zwei Völker, die in ihrer Kultur so sehr aufeinander bezogen sind
wie Russen und Deutsche. Es gibt aber auch kaum zwei Nationen, die sich
so sehr verletzt haben wie die deutsche und die russische.
  Neben ganz normalen Kontakten gab es immer eine verstandesmäßig nicht
fassbare wechselseitige Anziehung, den Wunsch, das Wesen und den Geist
des andern zu  erfassen. Thomas Mann hatte einst den Gedanken der
Seelenverwandtschaft zwischen Deutschen und Russen in die Diskussion
gebracht. Dieser Begriff mag  romantisch klingen. Er sagt aber doch mehr
über das gegenseitige Empfinden aus als so blutleere Begriffe wie
"strategische Partnerschaft" oder "Moderniserungspartnerschaft". Wir
haben es  mit zwei Volkscharakteren zu tun, die so gegensätzlich sind,
dass sie sich einfach anziehen müssen. Jedem fehlt etwas von dem, was der
andere zu viel hat.
Der Vortrag von Roland Haug war eine szenische Lesung, bei der ihn seine
Frau Regine, eine gelernte Schauspielerin und Kulturpublizistin,
engagiert unterstützte. Der Stuttgarter Autor und Journalist erinnerte
die lebhaft mitgehende Hörerschaft daran, dass der deutsche
Normalbürger  Russland gar zu gerne durch die Klischee-Brille sehen
wolle. Da werde dann alles zusammengerührt, was sich  über  zwei
Jahrhunderte über "die Russen" so angesammelt habe: Schwarzer
Kaviar, fetzige Balalaika-Klänge, dampfende Banjas und Birkenzweige, die
unberechenbaren Helden Dostojewskijs, der Aristokrat im
Bauernkittel, der große Tolstoj. Dazu dann viel Wodka, bärtige
Dissidenten, der dämonische KGB, mordende Oligarchen und scharfe Nataschas.
  "Regungslos die Steppe schweigt..." Die schmalzigen Zeilen aus Franz
Lehars Operette "Der Zarewitsch" wabern noch immer durchs deutsche
Gemüt. Und dann der Berliner Iwan Reblaus, bekannter unter dem Namen
Iwan Rebroff alias  Hans Rolf Rippert; er vermochte mit dem
volkstümlichen russischen Image nach Kräften zu reüssieren. Iwan Rebroff
war eine mächtige Erscheinung mit eitel Wohllaut in der Kehle, dazu ein
praller Bauch, ein gutmütiges breites Gesicht, auf dem Kopf , auch im
Sommer, eine Fellmütze. Sah er nicht so aus, wie sich "die Deutschen"
einen Russen vorstellen-? Einem Chamäleon gleich schlüpfte Iwan Rebroff
in verschienen Rollen: Mal war er Muschik, dann Pope, dann wieder ein
Rabbi und schließlich ein Großfürst oder ein Kosakenatamann." Der Russe
- das unbekannte Wesen "Oder besser:" Der Russe - das bekannte Unwesen"
könnte man da leicht amüsiert bemerken. Denn wenn man in Deutschland
nicht mehr weiter wusste,  weiß, kam "die geheimnisvolle russische
Seele" ins Spiel, nur allzu oft grundiert mit dem kaum verhehlten Gefühl
von der eigenen Überlegenheit. Ein derart überhebliches und falsches
Russlandbild musste in der Geschichte immer mal wieder zu grotesken 
Fehleinschätzungen führen.
Die nachsowjetische Gesellschaft  wirkt auf den westlichen Beobachter
widersprüchlich und zuweilen auch paradox. So haben häufig von zwei
Gesprächspartnern, die über das gleiche Thema reden, aber jeweils das
Gegenteil behaupten, mitunter beide recht - jeder eben auf seine
Weise, oft auch auf Grund persönlicher Erfahrungen urteilend. Das
russische Paradox hat aber auch etwas damit zu tun, dass in Osteuropa 
seit Jahrhunderten westeuropäische Impulse auf russisch-slawische und auf
asiatische Einflüsse treffen und sich vermischen. Der totale Umbruch,
der mit dem Ende der Sowjetunion einherging und die( noch nicht
abgeschlossene) Suche nach einer neuen russischen Identität haben dieses
eigenartige Nebeneinander oft noch verstärkt.
Die Wahrheit hinter der Wirklichkeit muss man dennoch suchen. Es ist
nicht alles Ansichtssache.
Den Deutschen werden mitunter törichte Ratschläge erteilt. Am
bekanntesten ist der des russischen Dichters und Diplomaten Fjodor
Tjutschew.
Der meinte, dass man Russland nicht verstehen könne; man müsse 
einfach "daran glauben". Dieses  knapp formulierte Urteil (mit angeblich
allgemein gültigem Sinn) hat bei Russen und Deutschen den Hang zur
Bequemlichkeit und Denkfaulheit verstärkt. Noch fragwürdiger ist
freilich, was der Moskauer Schriftsteller Wiktor Jerofejew verlangt. Um
Russland zu verstehen müsse man ablassen vom kruden Vernunftdenken und
sich wie ein Stück Würfelzucker auflösen, dekretierte er. Man wird gut daran tun,
auch diesen Rat zur Denkfaulheit nicht anzunehmen, sich nicht zu
entmaterialisieren und sich stattdessen mehr auf seinen Verstand zu
verlassen. Es gibt Lüge und Wahrheit, These, Antithese und vielleicht
auch eine Synthese, wenn man fair miteinander umgeht - das versuchte der
Vortragende zu vermitteln.
Man ist nun gespannt auf den nächsten Vortrag von Roland Haug. Er soll
im Frühjahr in der Deutsch- Russischen Kulturgesellschaft zu Baden-Baden
stattfinden und sich mit der Situation nach der Präsidentenwahl am
4. März 2012 befassen.
Der Arbeitstitel steht auch schon  fest:
"Putin, wohin steuert Russland -?"

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